Partner im Ganztag

Wie kann ein Verein eine Kooperation eingehen?

Überblick: Kooperation im schulischen Ganztag

Die Schulen sind im Allgemeinen für die Ausgestaltung des pädagogischen Konzepts einer Ganztagsschule verantwortlich. Schulen können hier den Elternbeirat hinzuziehen. In einigen Ländern werden in die Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts auch der Schulaufwandsträger und externe Kooperationspartner mit einbezogen:

  • in alleiniger schulischer Verantwortung,
  • in schulischer Verantwortung unter Einbeziehung eines Trägers für die ergänzenden Angebote und die Ergänzungsbetreuungszeiten (Anschluss und Ferien)
  • sowie in kooperativer Verantwortung zusammen mit einem Träger der Jugendhilfe.

Wenn Schulen den Ganztag nicht in alleiniger Verantwortung gestalten, werden die Kooperationspartner in die Gestaltung des pädagogischen Konzepts aktiv mit einbezogen, ebenso auch die Elternvertretungen.

Modelle der Kooperation in Bayern

Zur Vertiefung und Weiterentwicklung der Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schulen und außerschulischen Partnern hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit verschiedenen Organisationen und Dachverbänden Rahmenvereinbarungen geschlossen.

Diese Rahmenvereinbarungen dienen dazu, Kontakte zwischen den Schulen vor Ort sowie externen Kräften und Kooperationspartnern zu erleichtern und den Aufbau eines Netzwerks an Vereinen, Verbänden und Organisationen zu unterstützen.

Solche Rahmenvereinbarungen bestehen derzeit mit

  • dem Katholischen Schulkommissariat in Bayern,
  • der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern,
  • dem Bayerischen Bauern-Verband,
  • dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V.,
  • dem Bayerischen Landes-Sportverband und Bayerischen Musikrat/Landesverband Bayerischer Tonkünstler (u. a. Musikpädagoginnen und -pädagogen, Privatmusiklehrerinnen und -lehrer, Musiktherapeutinnen und -therapeuten),
  • dem Bayerischen Landesausschuss für Hauswirtschaft e. V.,
  • dem Bayerischen Jugendring,
  • dem Landesverband für Gartenbau und Landespflege
  • und zahlreichen Hilfsorganisationen in Bayern.

Oftmals agiert jedoch der private bzw. staatliche oder kommunale Schulaufwandsträger (Kommune oder Landkreis) selbst als Kooperationspartner der Schule. Ebenso kommen z. B. freie gemeinnützige Träger oder Fördervereine als Kooperationspartner in Betracht.

Konkrete Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern im Ganztag

In der Gebunden Ganztagsschule werden überwiegend Lehrkräfte eingesetzt. Dazu kommen aber auch externe Kräfte, etwa für die Betreuung der Mittagszeit sowie für weitere Förder- und Betreuungsmaßnahmen.

Offene Ganztagsschulen realisieren ihre Angebote jedoch überwiegend in Kooperation mit unterschiedlichen Verbänden, Vereinen, freien Trägern der Jugendhilfe oder den Kommunen. Dies gewährleistet eine enge Zusammenarbeit von pädagogischem Personal unterschiedlichster Professionen (u. a. Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Fachübungsleiterinnen und Fachübungsleiter) und führt zu einer verstärkten Öffnung der Schule nach außen und zu einem erhöhten Lebensweltbezug von Schule. Die Art und Ausgestaltung der Angebote hängt von den Bedürfnissen und Möglichkeiten an der jeweiligen Schule ab.

Die Schulen, ihre Schulaufwandsträger und Kooperationspartner entwickeln das jeweilige Angebot gemeinsam.

Um Schul- und Jugendhilfeplanung besser aufeinander abzustimmen und zu vernetzen, erfolgt die Antragsstellung zur Einrichtung schulischer Ganztagsangebote nach Abstimmung mit der Jugendhilfe. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen sich ferner regelmäßig mit der Schulaufsicht, d.h. insbesondere den staatlichen Schulämtern und den weiteren Beteiligten über die Planung von Angeboten für Schülerinnen und Schüler, austauschen und ihre Planungen aufeinander abstimmen.

Projekte zur Zusammenarbeit und engen Verzahnung der Angebote von Schule und Jugendhilfe bestehen und werden weiter ausgebaut. Die kontinuierliche Verbesserung der Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Ganztagsschule und Jugendhilfe ist auch Gegenstand von Beratungen in gemeinsamen Arbeitsgruppen von Kultus- und Sozialministerium, denen auch u. a. Vertreter des Landesjugendhilfeausschusses, der öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe und des Schulbereichs angehören.

Partnerschaftliche Gestaltung des Ganztags

Bei allen Themen ist die Berücksichtigung kultureller Heterogenität von Schülerinnen und Schülern, Aspekte der Integration sowie der Partizipation/Demokratie relevant.

Die eng verknüpfte Organisation von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten, von Zeitstrukturen und Tagesroutinen gewährleisten das Gelingen und den Erfolg des Ganztagsschulangebots.

Beispiele für Themenbereiche im Ganztag

Beim pädagogischen Konzept des Ganztagsangebots sorgt eine regelmäßige Evaluation sowie ständiges Qualitätsmanagement für die laufende Weiterentwicklung des Ganztagsschulangebots.

  • Betreuung und Hilfe bei den Hausaufgaben,
  • Förderung von Schülerinnen und Schülern mit spezifischem Bedarf,
  • musisch-künstlerische Bildung und Erziehung,
  • handwerklich-technische und naturwissenschaftliche Angebote,
  • Informations- und Kommunikationstechnik (Medienerziehung),
  • Umwelt- oder Gesundheitsthemen,
  • soziale und interkulturelle Bildung,
  • globales Lernen,
  • Bewegung, Spiel und Sport,
  • Verkehrserziehung,
  • Projekte der Jugendhilfe, insbesondere der außerschulischen Jugendbildung,
  • Gewaltprävention,
  • Berufsorientierung und Stärkung der Selbstkompetenz